Situation der BAG-SHI - Unterschriftenkampagne
Wie sieht es jetzt aus – wie steht es um die BAG-SHI? Wie kann es weitergehen?
Liebe Mitglieder und RundbriefleserInnen, liebe SympathisantInnen, liebe Freundinnen und Freunde der BAG-SHI,
vor vier Wochen haben wir uns an euch gewandt um euch mitzuteilen,
dass wir für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen e.V. / BAG-SHI die Einleitung eines
Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Frankfurt beantragen
mussten.
Seither ist sehr viel geschehen, und wir hatten leider keine Zeit,
euch früher über die aktuelle Situation zu informieren, da wir selbst
nicht wussten, wie es weitergeht. Jetzt, nachdem sich einiges geklärt
hat, wollen wir euch über die jüngsten Entwicklungen
informieren.
Zuerst einmal wollen wir uns bei euch für die Solidarität bedanken, die ihr uns gegenüber in sehr vielen Mails und Telefonaten ausgedrückt habt. Gerade in so schweren Zeiten war uns das Hilfe und Unterstützung, und es hat uns darin bestärkt, dass eine unabhängige und vor allem auch transparent arbeitende, bundesweite Erwerbsloseninitiative heute notwendiger ist als je zuvor. Weil wir nicht allen, die uns Mut und Unterstützung ausgesprochen haben, einzeln danken können, wollen wir das hier nachholen: Danke!
Wie sieht es jetzt aus – wie steht es um die BAG-SHI?
Die gute Nachricht zuerst: Bis zum 30.09.2008 sind der
Geschäftsbetrieb und der Bestand der BAG-SHI gewährleistet. Dies
liegt daran, dass das zuständige Amtsgericht uns eine vorläufige
Insolvenzverwalterin an die Seite gestellt hat. Sie wird bis zum 30.09.
nach Prüfung der Unterlagen ein Gutachten verfassen, in dem sie dem
Amtsgericht vorschlagen wird, entweder ein Insolvenzverfahren zu
eröffnen oder nicht. Letzteres hieße, dass spätestens Anfang Oktober
der letzte Vorhang für die BAG-SHI fällt.
Wie kann es weitergehen?
Leider haben wir keine Glaskugel, in die wir schauen können und die
uns die Zukunft vorhersagt. Alles was wir aber wissen, und das haben
wir gerade aus all den Rückmeldungen und Gesprächen in den letzten
Wochen erfahren, ist, dass es auch zukünftig eine unabhängige
bundesweite Erwerbslosenvertretung geben muss – in welcher Form auch
immer.
Von andere Verbänden, von Initiativen und vielen Menschen haben wir gehört, dass insbesondere die Rolle, die die BAG-SHI als Klammer zwischen Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Politik, Erwerbslosen und politischen und sozialen Bewegungen gespielt hat, ihre Rolle als Dachverband unabhängiger Initiativen, die Rolle, die sie als Multiplikator gespielt hat, die erarbeitete Sachkenntnis und die Fähigkeit, zeitnah auf gesetzgeberische Entscheidungen schnell, präzise und kompetent reagieren zu können, die Fähigkeit, klar und fundiert Positionen zu beziehen und zu vertreten und insbesondere die Tatsache, dass die BAG-SHI eine Vereinigung von und für Betroffene ist und war, erhalten werden muss.
Deshalb werden wir uns auf einem erweiterten Koordinierungstreffen Mitte September in Bremen treffen, um zu überlegen und zu diskutieren, wie es mit einer bundesweiten Erwerbslosenvertretung weitergehen kann – und in welcher Form.
Klar ist: es wird mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit, insbesondere auch im finanziellen Bereich, geben müssen, als bisher und als Grundlage der politischen Arbeit. Und es sollte Konsens sein, dass auch die Mitglieder eines Vereines von ihren VertreterInnen jederzeit über deren Tätigkeiten offen und ehrlich informiert werden – auch wenn dies manchmal vielleicht schwer fällt. Verantwortung, gerade in Zeiten der Not, gehört mindestens genauso zu solidarischer Vereinsarbeit wie die Fähigkeit, auf Podiumsdiskussionen oder Veranstaltungen oder im täglichen Leben den Verein zu vertreten.
Für den November ist angedacht, ein Treffen von
Erwerbsloseninitiativen, Betroffenen und interessierten Menschen
durchzuführen, um dann auf breiter Basis zu diskutieren, wie und ob es
weitergehen kann. Sicher nicht mehr als BAG-SHI, aber aus den Fehlern
und Versäumnissen der Vergangenheit können und müssen wir lernen –
aber auch aus den positiven Erfahrungen.
> Es darf nicht sein, dass die Interessen von über 7 Millionen
Menschen wegen der Krise der BAG-SHI nicht mehr vertreten werden
können. Darüber wollen wir diskutieren – und dafür werden wir
kämpfen. Das mögliche Ende der BAG-SHI e.V. darf nicht das Ende
parteilicher, unabhängiger und bundesweiter Erwerbslosenarbeit
sein.
Um das zu erreichen, benötigen wir aber eure Hilfe:
Wir haben heute eine Unterschriftenkampagne begonnen, mit der wir der Öffentlichkeit, aber auch den politisch Verantwortlichen zeigen wollen, dass es weiterhin ein Interesse und eine Notwendigkeit für eine bundesweite, unabhängige Interessenvertretung von und für Erwerbslose gibt!
Wir werden diesen Aufruf über alle uns möglichen Verteiler streuen
– es ist sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen und Initiativen
ihn unterschreiben.
Deshalb bitten wir euch, diesen Aufruf zu unterstützen: ihn zu unterschreiben, weiterzuverbreiten, unterschreiben zu lassen und uns am Besten per Post bis spätestens 10. September an uns zu schicken.
Wir brauchen eure Solidarität und eure Hilfe – damit das Ende der
BAG-SHI der Anfang einer neuen, stärkeren, unabhängigen und
arbeitsfähigen bundesweiten Erwerbslosenbewegung sein kann!!!!
Mit solidarischen Grüßen,
Andreas Geiger, Vorsitzender BAG-SHI e.V.
Hinrich Garms, Geschäftsführer BAG-SHI e.V.
- Die UnterstützerInnenliste als Pdf-Datei
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