Internes Arbeitspapier des Ministeriums für Arbeit und Soziales zum SGB II Optimierungsgesetz
Die 45-seiteige Liste enthält 56 Änderungen beim Arbeitslosengeld II, die im Zuge des SGB II Optimierungsgesetzes noch vor der Sommerpause verabschiedet und von Bundestag und Bundesrat werden sollen. Das Gesetz soll nach dem aktuellen Zeitplan noch im August in Kraft treten.
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Über die konkrete gesetzliche Ausgestaltung des Pakets liegen
zurzeit noch keine genaueren Informationen vor. Es umfasst vor allem
die noch ausstehenden, im Koalitionsvertrag angekündigten
Verschärfungen, aber auch einige „neuen“ Hürden, die den
Leistungszugang erschweren und die Verhängung von Sanktionen
erleichtern und es enthält wenige gesetzliche Klarstellungen. Eine
ganze Reihe entwürdigender Kontrollinstrumente gegenüber
Leistungsbeziehern schränken deren bürgerlichen Rechte weiter
ein.
Hier eine unvollständige Aufzählung des Änderungskatalogs:
- Herabsetzung der frei verfügbaren Vermögensfeibeträge,
- drastische Verschärfung der Sanktionsmöglichkeiten,
- Prüfung der sogenannten Arbeitswilligkeit noch vor Antragstellung durch abschreckende Sofortangebote,
- Umkehrung der Beweislast bei der eheähnlichen und „gleichgeschlechtlichen lebenspartnerschaftsähnlichen“ Gemeinschaften,
- Schaffung der gesetzlichen Grundlagen zur Abfrage und Ausspitzlung, institutionelle Verankerung von „Außendiensten“ bei den Leistungsträgern,
- Herabsetzung der „angemessenen“ Unterkunftskosten auf das Niveau der „alten Wohnung, wenn ohne Zustimmung des Trägers umgezogen wurde,
- Reduzierung des Leistungsanspruchs bei befristetem Zuschlag nach Alg I
Die BAG-SHI sieht in dem Optimierungsgesetz eine weitere drastische
Verschlechterung der materiellen und rechtlichen Lage von erwerbslosen
und mittellosen Menschen. Daher ist es dringend nötig, dass sich
politischer Widerstand gegen diese Pläne der großen Koalition formiert.
Die BAG-SHI ruft dazu auf, sich an der bundesweiten Demonstration "Schluss mit den
Reformen gegen uns“ am 3. Juni in Berlin und an weiteren
Protestaktionen gegen Sozialabbau der Regierung zu beteiligen.
BAG-SHI Pressemitteilung zur geplanten Verschärfung des SGB II vom
19.04.2004