Pressemitteilung: „Gebrauch ist Missbrauch! 1-€-Jobs’ abschaffen!“
Pressemitteilung vom 29.11.2007: Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen (BAG-SHI) e.V. fordert die Abschaffung der so genannten ‚1-Euro-Jobs’ bzw. deren Umwandlung in reguläre und damit auch freiwillige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Wie bereits der Bericht des Bundesrechnungshofs im Mai 2006, der ein Viertel aller Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung als nicht förderfähig bewertete, bestätigt der jüngste Forschungsbericht des IAB Nr.2/2007 zu Einsatz und gesamtwirtschaftlichen Effekten so genannter „Sozialer Arbeitsgelegenheiten“ die negativen Auswirkungen des § 16 Abs. 3 SGB II: reguläre Beschäftigungsverhältnisse werden zunehmend durch den Einsatz von 1-€-Jobs verdrängt.
„Die Untersuchungen des IAB zu den negativen Auswirkungen des
Einsatzes von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen
decken sich mit den Rückmeldungen, die wir seit Einführung der
‚1-€Jobs’ von unseren Mitgliedsinitiativen erhalten: Der Einsatz der
‚1-€-Jobber’ entspricht größtenteils nicht den gesetzlichen
Anforderungen, reguläre Beschäftigungsverhältnisse werden durch die
sanktionsbewehrten ‚1-€-Jobs’ ersetzt.
Diese dienen lediglich der Senkung der Arbeitslosenzahlen, aktuell
um 300.000.“, so Andreas Geiger, Vorsitzender der BAG-SHI e.V.
.
„Wenn, wie in Mainz, alleinerziehende Mütter als 1-€-Jobberinnen am
Wochenende in Hotels als Zimmermädchen arbeiten und in Alters- und
Pflegeheimen die Stammbelegschaft an Feiertagen durch den Einsatz von
‚1-€-Jobbern’ ersetzt wird zeigt dies, dass bereits die gesetzliche
Möglichkeit zum Einsatz von Menschen in solche
Arbeitsgelegenheiten zum Missbrauch anstiftet. Die BAG-SHI fordert
deshalb den Gesetzgeber auf, das Instrument der Arbeitsgelegenheiten
mit Mehraufwandsentschädigung (1-€-Jobs) abzuschaffen und diese in
sozialversicherungspflichtige, freiwillige Beschäftigungsverhältnisse
zu überführen.“ so Geiger. Notwendig sei zudem die Wiederbelebung
sinnvoller Qualifikationsmaßnahmen.
Erika Biehn, stellvertretende Vorsitzende BAG-SHI
Für Nachfragen auch: Andreas Geiger, Vorsitzender der BAG-SHI
Quellen: http://doku.iab.de/forschungsbericht/2007/fb0207.pdf