Pressemitteilung: Empfehlungen zum Hartz IV-Fortentwicklungsgesetz im Bundesrat: „Die Politik stiehlt sich aus ihrer Verantwortung“
Pressemitteilung von BAG-SHI vom 6.7.06
Frankfurt, 6.7.06
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen e.V. (BAG-SHI) spricht sich gegen die
Empfehlungen der Ausschüsse des Bundesrates (BR Drucksache 404/1/06)
zum „Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende“
aus. Das Gesetz soll am Freitag, den 7.7.2006 im Bundesrat
verabschiedet werden.
Insbesondere kritisiert die BAG-SHI als bundesweiter Zusammenschluss
von im sozialen Bereich tätigen Initiativen und Beratungsstellen die
Tendenz des Gesetzgebers, von Erwerbslosigkeit und Armut betroffenen
Menschen zunehmend den Zugang zu existenzsichernden Leistungen zu
verweigern und so immer mehr Menschen gesellschaftlich
auszugrenzen.
„1-€-Jobs, Sofortangebote, Sanktionen und Leistungsausschluss sind
kein Mittel gegen die zunehmende soziale Not“, so Andreas Geiger,
Vorsitzender der BAG-SHI. „Die Forderungen der Ausschüsse des
Bundesrates, soziale Leistungen nur noch vorübergehend zu gewähren
(Punkt 9) oder den Vorrang lebenslanger Unterhaltsverpflichtungen
zwischen Eltern und Kindern auszuweiten (Punkt 10), sind für uns nicht
akzeptabel.“
Nach Ansicht der BAG-SHI will sich die Politik immer mehr aus ihrer
Verantwortung für die verfehlte Arbeitsmarktpolitik stehlen und deren
Folgen den Familien aufbürden. Damit fällt sie hinter die Bismarck’sche
Sozialgesetzgebung des 19. Jahrhunderts zurück.
Anne Ames
(Geschäftsführerin BAG-SHI e.V.)
Für Nachfragen:
Andreas Geiger: (0160) 9830 2468
Anne Ames: (069) 27 22
08 96
Materialien:
- Empfehlungen der Ausschüsse des Bundesrates (BR Drucksache 404/1/06
vom 30.6.06):
http://www.bag-shi.de/presse/
- Stellungnahme der BAG-SHI zum Fortentwicklungsgesetz vom
29.5.06
http://www.bag-shi.de/sozialpolitik/arbeitslosengeld2/
Anne Ames
Geschäftsführerin
Moselstr. 25
60329 Frankfurt
fon (069) 27 22 08 96
fax (069) 27 22 08 97
ames@bag-shi.de