Pressemitteilung: Scharfe Kritik am Bericht des Ombudsrates
Pressemitteilung vom 26.06.2006: Stellungnahme der BAG-SHI zum Bericht des Ombutsrates
Herunterladen als
Pdf-Datei (19 kb)
Kritik am Schlussbericht des von der Bundesregierung eingesetzten Ombudsrates zur Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende vom 23. Juni 2006 äußert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen BAG-SHI.
Auch wenn der Bericht zum Teil die für die Betroffenen
schwerwiegenden Missstände wie die Unverständlichkeit der Bescheide,
die zu lange Bearbeitungszeit der Anträge, die schwierige
Erreichbarkeit der zuständigen Stellen und die regional
unterschiedliche Anwendung der Gesetze benenne, konzentriere er sich zu
sehr auf die verwaltungstechnisch-organistorische Seite der
Leistungsgewährung, so die BAG-SHI.
So gehe der Bericht insbesondere nicht auf die Probleme der zu
geringen Leistungsausgestaltung und die unzureichende Rechtsposition
von Leistungsberechtigten ein, so Andreas Geiger, Vorsitzender der
BAG-SHI:
„Leider erwähnt der Bericht weder die Probleme, die den Menschen
aufgrund der zu niedrigen Ausgestaltung der Regelleistung entstehen,
noch die fehlenden Öffnungsmöglichkeiten, beispielsweise für Leistungen
im Bereich der Lernmittel oder im medizinischen Bereich. Grundsätzlich
zu bemängeln ist, dass die dramatischen Folgen und Auswirkungen der
unzulänglich Leistungsgewährung auf die Menschen nicht ausreichend
gewichtet werden.“
Die BAG-SHI kritisiert die Tendenz des Ombudsrates, die Ausweitung
eines dauerhaften Niedriglohnarbeitsmarktes zu befürworten und die im
Bericht erhobene Forderung, das Angebot von Arbeitsgelegenheiten mit
Mehraufwandsentschädigung (so genannte ‚1-€-Jobs’) auszuweiten.
Stattdessen fordert die BAG-SHI die Schaffung von existenzsichernder,
soziaversicherungspflichtiger Beschäftigung.
Die BAG-SHI besteht seit 1991 als bundesweiter Zusammenschluss von
im sozialen Bereich tätigen Beratungsinitiativen und
-organisationen.
Frank Jäger
(Geschäftsführer BAG-SHI e.V.)